• Deutsch
  • English
Startseite Startseite
Startseite Startseite


Startseite

Werke 2014/15
Werke 2013
Zeichnungen 2011/12
Werke Archiv

Aviso
Biografie
Austellungen
Rückblick aktuell
 
Texte
Lyrikecke
Lyrische Prosa
Presse
Multimedia

Kontakt
Impressum
Datenschutz




 
Sixtinische Irritation in der Alpe-Adria-Galerie Klagenfurt

Zur Installation
„SIXTINISCHE IRRITATION“

„500 Jahre, genau 500 und 1 Jahr: Die Sixtinische Kapelle in all ihrer Gestaltungskraft, Grenzenlosigkeit und Erhabenheit zu würdigen, wird wohl kaum einem heutigen Kunstschaffenden gelingen, deshalb kann hier nur von einem Hinweis auf den Meister gesprochen werden. Ich blicke auf zu dieser den Weltgeist umwehenden Schöpfung, aber ich, langsam Zug um Zug zerstöre, zerreiße ein starres, störrisches Material, bis ich einen Bezug zu diesen Himmeln, zu dieser Lebenshand finde – meinen Deutungszugang zu diesem Werk. Ich erweise aus heutiger Sicht dem Meister meine Referenz. Vielleicht eine Nichtigkeit, vielleicht eine gespürte Nähe.

Sixtinische Irritation Ronny GoernerSixtinische Irritation Ronny GoernerSixtinische Irritation Ronny Goerner

Meine Arbeit haftet in unserer Gegenwart, konträr zu dem heiligen Bereich von Michelangelos Himmel ist das verwendete Material Wellpappe, ein an sich armes Material, kantig und widerspenstig, gewürfelt, geworfen, geteilt, getüncht, doch veredelt durch die weiße Farbe und den sixtinischen Motiven zugeführt. Das Vielschichtige dieser Pappe, die freigelegten Adern bringen die Faszination und lassen manche Streifen sprechen. Sie verlöschen die Bestimmungslosigkeit und geben neue Gestaltung…”
Ronny Goerner

Sixtinische Irritation Ronny GoernerSixtinische Irritation Ronny GoernerSixtinische Irritation Ronny Goerner

Ausstellungsdauer: 22. Feber bis 14. April 2013

 
500 Jahre Sixtinische Kapelle
Was bewegt die Künstlerin anläßlich eines so großen Themas? 

In all ihrer Erhabenheit bewegend, man erlebt den krönenden Durchblick, das Darüberhinaus im Sinne von beyond. Der Mensch wird hier zum Bittsteller angesichts dieser erfüllenden Pracht.     Wenn ich diesen Raum verlasse so trage ich die Nachwehen behutsam nach Hause. 
Diese himmelstürzenden Ereignisse in der Kapelle mit welchen Michelangelo uns beschenkt hat, bewegen … und alles andere daneben scheint  brüchig und banal zu sein, fast möchte ich sagen obdachlos … 
Künstler weltweit haben auf dieses Meisterwerk auf die unterschiedlichste Weise geantwortet, so auch ich mit dieser „Sixtinischen Irritation“. Wie kann meine Annäherung aussehen?
 Es ist sicher ein sehr mutiges Unterfangen, ein  Wagnis, hier einen Dialog  beginnen zu wollen … die Gefahr eines  Sakrilegs liegt nahe. Nichts bombastisches,  nichts Dramatisches eher eine Auflösung, kam mir in den Sinn, unserem atemlosen  Alltag  entsprechend, miteinbeziehend aktuelles Zeitgeschehen. 
Vollkommen konträr ist nun das Einbauen dieses Themas in das Kantige, in das Brüchige dieser gebrauchten und schon zerrissenen Wellpappe. Wiederum zum Leben erweckt, veredelt, aufgewertet durch übertünchen und neu gestalten war dies meine Ausgangsbasis. Die Zufälligkeit des Geworfenseins und daraus das Thema zu entwickeln sowie in die Balance zu führen, das war meine sehr reizvolle Aufgabe.
Vielleicht gelang mir ein BEWUßTES  Mißverstehen eines großen Themas.
Was Adam betrifft ist vieles zu sagen, was aber unseren Schöpfer betrifft bin ich etwas zurückhaltender. Indem daß ich IHN ausspare und IHM Raum gebe bezeuge ich Achtung …
Ad. Am hingegen, ewig seine Wiederkehr. Ihn habe ich von  der heutigen Zeit sich  verführen lassen. Der Garten Eden speit Adam aus und er strauchelt auf dem Weg zum Weib. Er besetzt Euphorie und Marter, Liebe und Vergehen hier auf unserem befristeten Erdball. 
Vertikal lesen sich meine Leporellos( in der Mitte der Halle). Kohle -  Kreide -  Rötel Zeichnungen, welche Augenblicke und Fragen und Gelebtes in Skizzen festhalten, meist Zufälligkeiten, manchmal bis zum Grotesken, bis hin zum Tod reichen diese Erzählungen. Diese Skizzen sind unumkehrbar, hier darf kein Feld mißlingen. Keine Generalprobe, auch unumkehrbar der Augenblick des Schaffens.
Seitlich die  Mixed Media Skizzen sind die Aussparungen in meinem Leben, schnell geantwortet auf Begebenheiten, auf die Flügel welche mich manchmal streifen. Diese Bilder passieren einfach und sind auch meiner Lyrik am nächsten. Meine expressive Linienführung durchstreift das Symbolische wie auch das  Figurative. Diese Arbeiten sind  mein tägliches Doping, mein Marihuana, das was meinen Alltag transformiert, mein Input. Sie greifen durch die Künstlerin hindurch …
Meine Acrylbilder aus den Jahren um die Jahrtausendwende (mit Ausnahme „mein Ohr“) erweitern und gestalten die geräumigen Flächen im großen wie im kleinen Saal.


Ronny Goerner-Jahrgang 41. In St.Veit/ Glan geboren.
Ich betone „Glan“, da dieser Fluß in meinem literarischen Schaffen eine „fließende“ Rolle spielt.