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Biographie - lange Version

Die Laufmasche im Strumpf

Jugend verlief unspektakulär - eine Kleinstadt fernab der Kulturzentren. Die bürgerliche Grundierung des Elternhauses ließ keine Alternative zum tradierten Handwerk zu. Meines Vaters Hobby war klassische Musik. Streichquartett und Klavierunterricht begleitete meine Jugend. Mit Malerei konnte niemand etwas anfangen. Und da war ich, war die Laufmasche im Strumpf und anders orientiert.

Wie kam ich zur Farbe? Eine kurze Story.- fast ein Märchen:
1944: Meinen ersten  tiefen Eindruck einer Bildwelt vermittelte mir eine einzige farbige Seite Brems Tierlebens, die „Kolibris im Orchideenwald“, alles in Grüntönen, Rosa und tiefes Blau. Stundenlang saß ich als 3 oder 4 jährige damals unter einem massiven Holztisch, fasziniert von den Farben und versuchte in diese Welt des Regenwaldes einzudringen. Ich befand mich in dieser Welt der Lianen, der Farne und der bemoosten Riesen. Ich war verzaubert von dem dichten Blätterwald und hörte die Geräusche des Urwaldes, ich vernahm das Geräusch des Regens und die Farben sprachen zu mir - aber draußen heulten die Sirenen. Wochenlang beschäftigte ich mich nur mit dieser Seite. Das war vermutlich die Initialzündung. Viel später habe ich diese Seite wiedergesucht, aber sie existierte nicht mehr. Gab es dieses Bild je?
Die Erwartungen meiner Eltern und meine Talente waren komplett konträr. 1956: Als Teenager konnte ich parallel zur Konditorenausbildung und dem Konservatorium die Mal und Zeichenschule (Prof. Truppe Schule) aus der Tradition der gegenständlichen Malerei mit Schwerpunkt Porträt und Akt besuchen. 1960: Anlässlich meiner Meisterprüfung meißelte ich BARLACHS „RÄCHER“ in Originalgröße. Material dunkle Schokolade - ich war Konditormeisterin. 1961: Kurz vor der Geburt meiner ersten Tochter habe ich das Wahrzeichen meiner Heimatstadt, ein Knappe in einer Brunnenschüssel, wiederum in dunkler und weißer Schokolade (ca. 160 cm hoch) gemeißelt und im Wiener Künstlerhaus ausgestellt. Ich gewann die „Goldene Torte“. Ende meiner Konditorenlaufbahn

1961 Heirat nach Klagenfurt,- bei dieser Weggabelung folgte ich dem Hinweis „Business woman“. Akt, Porträts und Stillleben verschwanden in der Versenkung und non konforme Ideen ebenfalls. Ende auch der Kontakte zu Künstlerkreisen. Die ganze feministische Diskussion streifte mich nur am Rande. Ich unterlag einem Anpassungszwang; doch im innersten wusste ich ,dass es ein Verrat an meiner Bestimmung war. Wild und etwas kraus aufgewachsen wurde ich zur „ordentlichen „Mitarbeiterin in der Firma meines Mannes. 1965: Zweite Tochter und 1969 dritte Tochter folgten. So eingekeilt zwischen Kindererziehung und Geschäftstätigkeit stand auch für mich nur der Aufbau des Unternehmens im Mittelpunkt des Familieninteresses. Ingesamt war ich 33 Jahre Mitarbeiterin im Unternehmen. 1979: Doch es staute sich vieles auf und ich war ab 1980 wohl wieder die Laufmasche im Strumpf. In diesen Zeiten der politischen Auflehnung intellektueller Kreise, der sozialen Kunst und dem Aufzeigen von Missständen fand ich mich wieder. Doch von allen Ismen unberührt stand ich außerhalb dieses Mainstreams. Gerne!
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1982: Damals wie heute suchte ich die absolute Eigenständigkeit. Thematisch schöpfte ich aus der Mythologie und dem Märchen. Ich erzählte in Farbe. Da waren sie wieder, die Grün- und Blautöne . Heraus aus dieser verspielten Welt trat ich 1982: mit dem ersten mittelformatigen Bild, gespachtelt, auf einem Leintuch „HEVENU SHALOM ALECHEN“ Da war ich wieder. Mit Vehemenz, Formung und Farbe. Manchmal noch etwas andockend an meine Schülerarbeiten, die Bewegungsstudien meiner Töchter. Mit gesteigertem gestischem Ausdruck und opulenter Farbe arbeitete ich nach wie vor gegen die Einbahn. Ich war lange Zeit Einzelkämpferin .Kunstankäufe in diesen Jahren waren spärlich. In Wien vertrat mich die Galerie Gabriel.
Und der erste Ankauf war das Ministerium für Kunst in Wien. Kunstsammler folgten. 1985: Mitte der 80er Jahre experimentierte ich viel mit Kunststoff, Holz, Metall, Textil Beton - die sehr eigenwilligen „GOLDFRIES“ Bilder entstanden. Bei meiner späteren Hausgestaltung kam ich wieder auf diese Technik für Möbel und Türen zurück. 1986: Das Auffächern diverser erotischer Szenen verdrängte Mitte der 80er Jahre die Mythologie. 1988:Lebte ich einige Zeit in München. Aus dieser Zeit stammen auch meine Ausstellungen bei der Münchner Galeristin Sadie Bierl . In Salzburg war ich von der Galerie Weihergut vertreten. 1989:Arbeiten im Kollektiv an der Universität in Leiden ,-NL.  Workshops im Kreise der INTAKT Künstlerinnen und zahlreiche Ausstellungsbeteiligungen unter der Leitung von Christa Hauer folgten. 1991: In dieser Zeit der frühen 90er Jahre entstanden auch Arbeiten im objekthaften Bereich: Überlebengrosse Puppen „Nekropolia“ entstanden. Zugleich auch der lyrische Gesang der Nekropolia. Diese Puppen waren Ausdruck der gebrauchten, zum Todsein verurteilten Frau einerseits und der an Information und Lifestyle zugrunde gehenden Frau andererseits.
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1999: Ein schwerer Schlag war für mich das Hinscheiden meines unentwegten Befürworters und Mentors Rektor Fink vom Kulturzentrum bei den Minoriten in Graz. Wir arbeiteten bereits an meiner dritten Personale im Kulturzentrum als er erkrankte. Er hat mir große Ausstellungen ermöglicht mit je über 100 Werken, wobei ich auch die räumliche Möglichkeit für die Lichtinstallationen „Sacred Bread“ sowie für eine Installation mit Hühnern hatte. Gesamtaufnahme der 90er Jahre:  Hier legten sich die Parameter für mein weiteres Schaffen fest: Jenseits gängiger ästhetischer Konvention arbeitete ich größtenteils im Vakuum des Unverständnisses. Meine immer wiederkehrenden Fragen gipfelten in der einen: Was stoppt mich, was treibt mich an, was zieht wertvolle Energie ab und was ergänzt sie? Was bedeutet mir die immer noch parallel laufende Schiene der Business Verpflichtungen? Gestaltet sich aus meiner Arbeitswelt der Bildinhalt? Ist die Malerei zwingend als Katalysator? Leblose Beine, leblose Arme, lebloser Körper, doch Feuer auf der Stirne. Wie mach ich das erlebbar? Wie mach ich mich erkennbar, sichtbar ? Jedes andere Leben ist Täuschung, es ist nicht- bis es nicht ist in Farbe, Inhalt und Wirken .
Zur Leinwand führt mich die Idee und um der Falle Routine zu entgehen wechsle ich zur linken Hand um das Unbeholfene in seinem ganzen Reiz wieder einzufangen. Bei Jedem Versuch eine exakte Abbildung zu schaffen gleite ich in die Abstraktion, in mein Selbstverständnis, um mit Gestik und Vehemenz den geistigen Hintergrund des Darzustellenden besser zu beschreiben … Feuervögel zerhacken die Stofflichkeit, Zerstörung und Auflösung wird hinterlassen. Das bin ich jetzt, … mein Augenblick. Aber ich gebe diesen Augenblick dem Rätsel preis. Ich finde die Reinheit selbst im Kindergesicht nicht, das Eindringen in den Gegenstand geschieht ganz von selbst, Ich zündle …

DAS HANDWERK UND DIE KUNST:
Auf das Vielfältigste miteinander verwoben sind die kontinuierlichen künstlerischen und handwerklichen Arbeiten an meinem 1984 erworbenen 300 Jahre alten Bauernhaus. Vor allem erwarb ich damals einen Sack voll Ratten und Räume voll Unrat. Mein zwanghaftes Bemühen um Idylle lies mich dieses verfallene, labyrinthhafte Gemäuer innerhalb von 20 Jahren gestalterischer Mühe und unter Respekt vor der alten Bausubstanz zum wohl einzigartigen und eigenwilligsten Bauwerk des Landlebens gestalten.

ZOOM ON ME  (heute)
Meine Empfindungswelt ist nicht ausschließlich figurativ. Der Zugang zur Abstraktion ist selbstverständlich, der Reiz liegt vielleicht im explosiven Übergang von BEKANNT zu dem DAHINTER. Viele Arbeiten der späten 90er Jahre und des Jahrtausend Beginns z.B. „FLORIDA“ und „ABU GHRAIB“ zeigen die schöne neue Welt vielfältig bedroht. Dem Bild “Onckel“ liegt ein traumatisiertes Kind zu Grunde. Dem Werk „HOMELESS“ steht als krasser Gegensatz „Versace“ gegenüber.
Jede Kunstrichtung ist angewiesen die gesamtgesellschaftlichen Richtlinien zu korrigieren und die Sichtweise zu weiten. Speziell die bildende Kunst muss dem Betrachter eine Türe öffnen, muss ihn heranziehen auf seine Ebene und etwas bewirken - sonst taugt sie nichts, LIFESTYLEBILDER könnten vielleicht verführen, aber sie werden den Betrachter bald anöden. 2005: Im Oktober wurde ich von dem Chinesischen Architekten Chueng Chu eingeladen in Beijing, im „DASHAZI 798„ dem Kunstdistrikt von Beijing, auszustellen. Um den Zollformalitäten zu entgehen war ich 9 Tage vor Ausstellungseröffnung im Studio um in 8 schlaflosen Tagen 8 Werke zu schaffen (2 mal 1,20 m). Kleinformate hatte ich mitgebracht. Meine chin. Künstlerkollegen haben mich mit Farbe und Leinwand versorgt. Am 05.11.05. Hat Frau Mag. Feigl, die österreichische Kulturbeauftragte, meine Ausstellung eröffnet. In dieser faszinierenden Welt, so staubig und schmutzig sie auch war, ( Dashanzi ist eine ehemalige Waffenfabrik) reifte ein neuer künstlerischer Ausdruck. Und das Heimweh  nach diesem Ort wird mich immer begleiten
2006 vermittelte mir ein New Yorker Freund, Karl Hofer eine Einladung zu einer Soloexhibition in den Palace Galleries in der 56th Strasse. Größer könnte der Kontrast nicht sein. Kunstbegeistertes Publikum, Medien und TV, alles hatte der Galerist Shahin Kalili zur Eröffnung mobilisiert. Da unterschied sich die Szene nicht so sehr von europäischen Empfängen. Im Oktober 2006 konnte ich meine 36, zum Teil großformatigen Bilder in der New Yorker Framing Gallery präsentieren.
Und was mich besonders freute war eine Einladung in der State University of N.Y.- Westchester, einen Workshop zu leiten zum Thema: „Vom Figuralen zur Abstraktion“ (In dieser Richtung hatte ich auch schon mit Chinesischen Kunststudenten gearbeitet) Der Dean dieses Colleges Dr. J. Hankin war von meinen Werk sehr angetan und so schlüpfte ich in die Rolle einer Kunstvermittlerin.
Eine sehr große Herausforderung für mich ist natürlich jetzt meine Arbeiten in meiner unmittelbaren Umgebung zu präsentieren: und hier tritt Frau Sikoronja, Leiterin der gleichnamigen Galerie in Rosegg ,Kärnten, in mein Leben ein. Meine Freundin und Kunstmäzenin Frau Oelsberg hat sie auf mich aufmerksam gemacht. Und hier erhalte ich die Möglichkeit einer sommerlangen Ausstellung im Schloss Rosegg - im sonnigen obersten Stockwerk werden Bilder präsentiert, und auch im feuchten Keller wird Platz für eine Installation sein. Kuratiert von M.Sikoronja. Ich bin sehr um diese Ausstellung bemüht.
Mein nächster Schritt geht in Richtung Indien: Am 11.11.2007 ladet mich das österr. Kulturforum in New Delhi zu einer Präsentation meiner Arbeiten im Indian International Center ein. Möglicherweise könnte ich gleichzeitig auch im Kulturforum präsent sein.